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Lokris

Gewichtstandard, Nominalsystem

Die Münzprägung von Lokris Opunt beruhte auf dem aiginetsichen Standard, ebenso also wie die der Nachbarstaaten Phokis, Boeotien und Thessalien. Zu Beginn wurden lediglich Obole ausgegeben. Später lag der Schwerpunkt bei den Stateren. Diese wurden von Triobolen oder Hemidrachmen begleitet. Als Kleingeld wurde gelegentlich auch das Tritartemorion (3/4 Obol), das Trihemitartemorion und das Tetartemorion (1/4 Obol) ausgeprägt. Später kamen eine Serie von Drachmen  und zuletzt die Tetrobole in Verkehr. Zu dieser Zeit bestand das Bronzegeld nur aus Kleinstwerten von 1.5 bis 2.5 g. Als Emittent des Silber- und des Bronzegeldes traten die "Lokrer"auf. Später wurde Bronzegeld auch von den Städten Skarpheia und Amphissa ausgegeben.

Chronologie

Lokris Opunt hat Münzen nur in einer engen Zeitspanne, dann aber - aus Gründen, über die bisher nur aufgrund der allgemeinen historischen Entwicklung Vermutungen angestellt wurden  - sehr intensiv geprägt. Die ersten Obole ( Amphora/ geteiltes incuses Quadrat) wurden im 3. Viertel des 5. Jh. v. Chr. ausgegeben. Ihnen folgte im 2.Viertel des 4. Jh. v. Chr. eine weitere Serie von Obolen (Amphora/Stern). Die berühmten, von der syrakusanischen Münzprägung beeinflußten Statere (Demeter/Ajax) werden heute in die Zeit von 370/360 bis in das 4. Quartal des 4. Jh. v. Chr. datiert. ( Kraay: ab 380; Head: ab 338 v. Chr.). Mit den Tetrobolen (Athena/Ajax) endete im 1. Viertel des 3. Jh. v. Chr. die autonome Silberprägung von Lokris Opunt.

Literatur: C.M. Kraay, Archaic and Classical Greek Coins, New York 1976 S. 122 f; B.V. Head, Historia Numorum, Nachdruck London 1963 S. 336-338; BCD (B.C. Demetriadi) NAC Auction "Lokris-Opunt" 55(2010) mit Münzbetimmungen aufgrund des vorläufigen, noch nicht publizierten Münzcorpus, "Locri Opuntii corpus" von D. Delbridge