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Korinth

Gewichtstandard, Nominalsystem, Chronologie

Korinth übernahm - wie Athen - den samisch-euböischen Gewichtstandard. Es folgte also nicht dem auf der Peloponnes verbreiteten äginetischen Standard. Für die Münzprägung Korinths ist der Stater von 8.6 g kennzeichnend, der dasselbe Gewicht hatte wie die athenische Didrachme. Der Stater wurde allerdings - anders als in Athen - in 3 Drachmen à 2.9 g unterteilt. Das Obol als 1/6 der Drachme wog 0.48 g. Damit folgte die korinthische Währung dem in Kleinasien verbreiteten Duodezimalsystem. Zeitweise wurden auch Trihemidrachmen und -als Silberkleingeld - Hemidrachmen, Diobole und Trihemiobole geprägt. Ab der 2. Hälfte des 4. Jh. wurden 2 Typen von Bronzemünzen à 5 -6 g und mit einem Durchmesser von 18 mm bzw. à 1,5 - 2,5 g von 13 mm ausgegeben.

Der Beginn der Münzprägung Korinths wird heute überwiegend auf die Mitte des 6. Jh. - nach Ägina und Athen - datiert. Kennzeichnend für die erste Phase der archaischen Münzprägung (545 -515 ) sind - abweichend von der in Kleinasien, Ägina und Athen üblichen Prägetechnik - breite, flache Schrötlinge. Sie trugen das Bild des Pegasos und - mit dem Koppa - die Abkürzung des Stadtnamens auf der Vorderseite; sie hatten zunächst windmühlenartige Vertiefungen, dann eine Swastika auf der Rückseite. Um 515 wechselte sowohl die Prägetechnik als auch das Rückseitenbild: auf der Rückseite des gedrungenen Schrötlings erschien im vertieften Quadrat der Kopf der Athena im korinthischen Helm. Diese Chronologie stützt sich auf Funde korinthischer Münzen in Süditalien und Sizilien, auf den Grundsteinfund des Poseidon-Tempels am Isthmus und den Asyut-Fund ( Price/Waggoner,  The Asyut-Hoard, London 1975 S.76).

Nach einer Prägepause während des peloponnesischen Kriegs setzte Ende des 5. Jh. im Rahmen einer 4. Prägephase ( 405 - 350 ) eine umfangreiche Ausgabe von Stateren ein, wobei 17 Serien mit rd. 60 unterschiedlichen Symbolen in Verkehr gebracht wurden. Um die Mitte des 4. Jh. schloß sich eine weitere mit 12 Emissionen ebenfalls umfangreiche 5. Prägephase ( 350-306 ) an, in der die Ausgabe von Stateren durch Drachmen,  Hemidrachmen und Silberkleingeld begleitet wurde. Um diese Zeit setzte auch die  Prägung von Bronzemünzen ein, die - in mehreren Gruppen unterteilt - bis zu der römischen Eroberung im 2. Jh. fortgeführt wurde. Die umfangreiche Prägung von Stateren im 4. Jh., die von weiteren Emissionen korinthischer  Tochterstädte begleitet wurde, wird üblicherweise durch die Expedition des Timoleon nach Sizilien erklärt ( vgl dazu aber im einzelnen Centro Internationale die Studi Numismatici, La monetazione corinzia in Occidente, Rom, 1993).- Literatur: R. Calciati, Pegasi. 2 Bände, Mortara 1990; O. Ravel, Les "Poulains" de Corinthe, 2 Bände, Basel 1936; SNG BCD (Basil C. Demetriadi), Korinth ,Lanz, München, Auktion 105 (2001).