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Phliasia

Gewichtstandard, Nominalsystem, Chronologie

Die Münzprägung von Phleious setzte Ende des 6./Anfang des 5. Jh. v. Chr. mit Münzen ein, denen erstaunlicherweise der milesische Standard (Stater von 14.1 g) zugrunde lag. Es handelte sich dabei auch um das milesische Nominalsystem, denn es wurden in Elektron ein 1/24-Stater und in Silber ein Hemistater, ein 1/12 und 1/24-Stater ausgegeben. Die heute seltenen Stücke wurden früher auch anderen Städten(Phaselis in Lykyen oder - als Wappenmünzen - Athen) zugewiesen, stammen nach den Fundorten aber aus der Peloponnes. Im übrigen setzte auch in benachbarten Stadtstaaten Kleion und Pheneos die Münzprägung auf dem milesischen Standard ein.

Nach einer Emissionspause ging Phleious in der zweiten Hälfte des 5. Jh. v. Chr. , wie die anderen Städte auf der Peloponnes auch, zu dem äginetischen Standard ( Stater/Didrachme von 12.2 g) über. Die Nominale waren: Drachme, Hemidrachme/Triobol, Trihemiobol,Obol Tritetartemorion, Hemiobol und Tetartemorion. Größeres Silbergeld, wie der Stater, wurden also nicht geprägt, sondern nur Silberkleingeld. Im 4. Jh. v. Chr. wurde auch die Ausgabe von Drachmen eingestellt. Dafür operierte Phleious frühzeitig, Ende des 5. Jh. v. Chr., mit dem Bronzegeld durch die Ausgabe eines Dichalkon. Regelmäßig wurde Bronzemünzen aber erst ab dem 3. Jh. v. Chr. ausgegeben und zwar in den Nominalen C (Dichalkon) und D (Chalkous).

Die Prägung von Silbermünzen endete in Phleious  im 3. Jh. v. Chr.. Bronzemünzen wurden dagegen von der Stadt noch im 2. Jh. v. Chr. als Mitglied der Achäischen Liga ausgegeben.

Literatur: B.C.Head, Historia Numorum, reprint London 1963,S.408/409; O.D. Hoover, Handbook of the Coins of the Peloponnesos, London 2011, S. 43-51; A. Walker in BCD Collection Peloponnesos LHS 96(2006) S.39-55