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Gewichte

Markt- und Münzgewichte

Münzen bestanden  in griechischer und römischer Zeit aus Metall; ihr Wert ergab sich - jedenfalls bei Gold- und Silbermünzen - aus dem Wert des Metallstücks. Das Gewicht der Münze richtete sich nach dem jeweils staatlich festgesetztem Münzfuß.  Dieser leitete sich aus dem allgemein geltenden Gewichtssystem ab. Insofern sind Nominale, wie Stater, Drachme und Obol aber auch As und Unze, Ausdruck des allgemein geltenden Gewichtssystems.

Dieses lag auch den Marktgewichten zugrunde. Ausgangspunkt war bei den Griechen in beiden Fällen das Talent, z.B. in Athen von 26.196 g, bei den Römern das As von 327, 45 g.  Das attische Talent geteilt durch 60 ergab die Mine von 436,6 g; dieses wiederumg geteilt durch 100 die Drachme von 4.36 g; und diese schließlich geteilt durch 6 das Obol von 0.73 g. Das römische As teilte sich nach dem Duodezimalsystem bis hinab zur Unze. Allerdings gab es ausnahmsweise auch Abweichungen zwischen Markt- und Münzgewichten. So war in Athen eine Relation zwischen Münz- und Marktgewichten von 105, später von138 und schließlich von 150  festgesetzt, so daß die Handelsmine - bei feststehender Münzmine von 436 g - 457,8 g bzw. 601,68 g bzw. 654,0 g betrug. Daneben gab es unterschiedliche Gewichtssysteme für Handelsobjekte, wie Getreide oder Flüssigkeiten.

Marktgewichte waren meist aus Bronze oder Blei. Bei den Griechen bestanden sie häufig aus quadratischen oder rechteckigen Platten, bei den Römern waren sie oft kugelförmig. Die Gewichtseinheiten wurden durch Wertzeichen, häufiger durch Bilder, wie Amphore, Mondsichel oder Schildkröte, kenntlich gemacht. Der amtliche Charakter wurde durch Inschriften, wie DEMO, oder durch staatliche Siegel bzw. Stempel deutlich. Zuständig für die Kontrolle waren bei den Griechen die Marktbeamten oder ihre Gehilfen, die Metronomoi, bei den Römern die Ädilen. Mit dem Eichwesen konnten auch die Münzstätten beauftragt werden, die dann sowohl die Münzstempel als auch die Normalgewichte aufbewahrten.

Literatur: zu den Marktgewichten Der Kleine Pauly, München 1979 Bd.2 S.791-793; K. Hitzel, Die Gewichte griechischer Zeit aus Olympia, Berlin 1996; M. Lang/M.Crosby, Weighs, Measures and Tokens, in the Athenian Agora X, Princeton 1964; zu Münzfuß und -gewichten: R. Göbl, Antike Numismatik, München 1978,  33 und 154-163; H. Cahn, Knidos, Berlin 1970, 185-193.

 

 

 

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